Zwischenzeit(en)

Sitze sinnend,
Fäden spinnend,
die sich binden,
die sich trennen,
sich verknoten,
sich erkennen.
Trödle lustvoll
vor mich hin.
Sommerzeit.
Im Licht. Ich bin
umgarnt, betört
von der Natur.
Verzauberung.
Die andre Welt.
Lust am Leben pur.


Matschbirnenhirne

Wie der Tag heute ist?
Schwül, nachvollmondig, nervig allen Ortes, unkonzentriert.
Es kommt der Augenblick, an dem eine Handvoll Schreiberlinge, die allesamt mit dösigen oder kopfschmerzigen Nasen vor den Bildschirmen sitzen und sich außerstande sehen, vernünftig und kreativ zu arbeiten, den ungeschriebenen Worten entflieht und sich auf die Suche nach Leidensgenossen macht.
Früher kam man an solchen Matschbirnehirntagen in Kaffeehäusern oder Bistros zusammen und tauschte sich bei einem Glas Rotwein – oder zwei oder drei -aus.
Heute trifft man sich in Blogs, Chats, bei Twitter, Facebook oder sonstwo auch, ohne tröstenden Roten, und obwohl ich persönlich liebend gerne die Kaffeehausvariante vorgezogen hätte, genieße ich doch sehr das Autorenkaffeehaus 2.0 bei einem kleinen Gespräch und Leidensgenossensplausch. Matschbirnenhirnig.
An einem unkreativen Tag wie diesem tut das richtig gut.
Man nennt es heutzutage auch Prokrastination.
Autorenleben 2.0.

 

 

Denk ich an Lavendel

… so denke ich an Blütenmeere, warme Winde, süße Düfte, Schmetterlingstänze und Bienengebrummsumme, Omas Wäscheschrank und Duftseifen, Honig und Vanille, Magie und die Musik der Zikaden … und den Zauber der Provence.
Denke ich an Lavendel, bin ich nicht mehr hier. Nein, meine Seele wandert auf fremden und doch so bekannten Pfaden im Anderswo.
Denke ich an Lavendel, fühle ich mich frei, fühle ich mich froh.
Schleicht sich der Duft des Lavendels in meine Nase, so bin ich –  für ein Weilchen zumindest – verloren.
Und du?

Der gemalte Tag

Blumensträuß-chen.
Kaffeepäus-chen.
Himmelblau und Sonnenschein.
Gartenräum-chen.
Urlaubsträum-chen.
So könnt’s Leben immer sein.
Liegestühl-chen.
Wohlgefühl-chen.
Ländlich’luft und Glockeng’läut.
Schwalbenschwänz-chen.
Grillentänz-chen.
So malt’ ich den Tag mir heut’.

elfen

Kopfkinoreise

Auf die Frage, warum mir dieses Lieblingsgedicht seit gestern nicht mehr aus dem Kopf geht, kann ich nur mit einem leisen Kopfschütteln und einem „Ich-weiß-es-nicht“ antworten. Vielleicht, weil mein Kopf, mein Bauch, das kleine innere Kind, mich ablenken und auf eine Reise in der Fantasie/im Traum schicken möchte? Wenn ja, so gestehe ich: Gerade jetzt sind mir solche Kopfkinoreisen höchst willkommen. Ein bisschen schützen sie die müde Seele.

Mondnacht

Es war, als hätt‘ der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis‘ die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff