Sag niemals nie

Ich hätte es nicht gedacht, doch es ist so: Ich bin wieder hier. Dabei wollte ich nicht mehr bloggen, zumindest nicht mehr mit einem privaten Blog. Sag niemals nie, so heißt es doch so schön! Ich werde wieder bloggen. Jedenfalls wünsche ich es mir. Ja, wirklich.
Dank Corona, aber auch den Schicksalsschlägen der letzten Jahre, die mich alleine auf diesem Planeten zurückgelassen haben. Alleine in einem kleinen Dorf fernab größerer Orte und der alten Heimat in einem nicht fertig renovierten alten Waldbauernhaus am A****. der Welt, wie die Leute sagen.
Schon der Gedanke, „übrig“ geblieben und nun alleinlebend zu sein, wäre früher für mich unvorstellbar gewesen, doch man wächst an seinen Lebensumständen. Ja, es ist gut so und die Abgeschiedenheit, in der ich lebe, tut gerade nach jenen bewegten Zeiten auch gut. Es ist nun ein halbes Jahr her, dass der Mann den Kampf gegen die Folgen eines Schlaganfalles verloren hatte, und ich bin immer noch wütend. Dennoch merke ich, wie ich langsam trauern kann und heile an Körper, Seele, Geist, und wie ich beginne, die Zeit mit mir alleine wertzuschätzen.
Nur Corona macht mir zu schaffen. Der persönliche Austausch mit Menschen fehlt und das können all die Webinare, Livestreams und Zoom Calls nicht wettmachen. Da ich als Freiberuflerin das Arbeiten im Homeoffice gewohnt bin, stört mich die Isolation hier zwar nicht, aber es fehlt das Pausengespräch mit dem Kaffeebecher in den Händen. Der Mann fehlt natürlich. Und spontane Treffen in der Stadt, ein Freundinnenwochenende, das Umarmtwerden, das flüchtige Berühren, jener Austausch, der zeigt, dass man noch am Leben ist.
Diese Kleinigkeiten, die keine sind, fehlen. Aber mit diesem Vermissen bin ich nicht alleine und ein bisschen, ein klitzekleines bisschen, tröstet dies ebenso wie die Gespräche über den Gartenzaun, die Kurzbesuche ringsum in Gärten oder die sonstigen Möglichkeiten, einander im Freien zu treffen.
Das wird aber in den kommenden Monaten mit Beginn der dunklen, kalten Zeit und dem zu erwartenden Anstieg der Zahlen von Coronainfektionen, der hoffentlich nicht erfolgen wird, nicht mehr möglich sein. Was wird dann sein? Ein bisschen bange ist mir vor dieser Zeit, die für viele von uns eine verdammt einsame werden wird. Wie sorge ich dafür, meiner Seele ein Lächeln zu schenken?
Schwierige Fragen in schwierigen Zeiten.
Als eine Antwort flüsterte mir ein Engelchen die Erinnerung an ein verlassenes Walddorf-Blog zu, das ich in meiner Wut auf die Welt längst  löschen wollte und es zum Glück nie getan hatte? Warum nicht ihm  ein neues Leben einhauchen? Ja, warum nicht? So ein kleines Bisschen für den Anfang?

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