Wider das Laute

Es ist einer jener sanften, stillen, verträumten Tage im Wald. Ruhig stehe ich oben am Berg bei der großen Buche und lasse die letzten Tage Revue passieren. Viel zu viel von dem da Außen, mit dem ich eigentlich nichts mehr zu tun haben will, hat sich für eine kurze Zeit in mein Leben zurückgedrängt. Es hat mir nicht gut getan und es hilft mir auch nicht weiter in meinem kleinen, zurückgezogenen Leben. Im Gegenteil. Dieses Laute, Erregte, Exzessive zerstört das, was ich meine stille Kreativität, in der ich noch Kind sein darf, nenne. Es soll wieder verschwinden, ich will es nicht mehr sehen, nicht mehr hören.
Ich blicke in die weite Krone des Baumes und sauge die Stimmung und Farben dieses Novembertages voller Gier  in mich auf. Möge die Erinnerung an diese farbenfrohe Zeit mit ihren warmen Sonnentagen und kalten Nächten nicht so schnell verblassen.
Ich liebe Spaziergänge im Wald in dieser Jahreszeit. Sie rücken den Kopf zurecht und machen die Seele wieder heil. Die rauchige Luft, die überwältigenden Farben der Blätter, das Knirschen der Blätter unter den Füßen, das Glühen meiner Wangen im frischen Wind, die Vorfreude auf  Kaffee und Apfelkuchen, die mich zuhause erwarten. Das sind wichtige Dinge im Leben, die in Erinnerung bleiben, und das ist gut so.

12 Kommentare zu „Wider das Laute

  1. Ich verstehe dich besser, als du denken magst, mir geht es ebenso. August der Starke ließ unsere Buchenwälder pflanzen, er war ja ein Jagdmensch, die sich bis jetzt zu wahren Schätzen, ja Giganten entwickelt haben.
    Weißt du, was mir immer durch den Kopf geht? Der Wald wird nicht mehr so alt wie dieser hier, aber er verjüngt sich . Ja, gut, Buchen wachsen nicht sooo schnell, aber sie sind beständig. Unsere Kindeskinder werden
    wieder Waldluft atmen können, lächel…
    Fein, dass auch du dir dort im Wald Kraft zurück holen kannst…
    Buchenduftige Grüße von mir zu dir.

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    1. Ich glaube, irgendwie bin ich ein Waldkind. Mein Opa und mein Vater, beide waren mehr im Wald zuhause als sonst wo, und mich nahmen sie schon als Kleinkind mit auf ihre Streifzüge. Der Opa eher literarisch dozierend und schlendernd mit irgendeinem Gasthaus oder Café als Ziel, der Vater dynamisch und biologisch/naturkundlich mit Brotzeit im Rucksack. Ich habe viel gelernt. Vom beiden. Die Waldstunden mit Opa mochte ich lieber 😏
      Warum fällt mir das gerade jetzt ein? Was gäbe ich darum, mit ihnen nochmal den November im Wald zu suchen …
      Wehmutsgruß, E.

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      1. Wir sind aus einem Holz, lach, Wald.
        Mein Opa war Bauer, hatte einige Felder und auch Wälder. Da mein Paps nur mit einem Arm aus dem Krieg kam, konnte er die Wirtschaft nicht übernehmen. Aber wir haben uns dort immer eingebracht, geholfen bei allem, was anlag. Wurde Holz geschlagen, saß ich auf dem Pferd auf dem Weg zum Wald hin und zurück. Im Wald selbst wurde ich in eine Hasenkuhle gesetzt, konnte dort spielen, schlafen, ach es war ein herrlicher Ort. Mein Paps nahm dann unsere Mädels immer mit in unseren Wald, erklärte alle Baumarten, alle Pflanzen, Pilze, Beeren usw. Wir hatten bis vor kurzem noch selbst unseren Wald, haben ihn aber nun abgegeben an ein anderes Familienmitglied, das sich besser drum kümmern kann, denn ein Wald macht sehr, sehr viel Arbeit,vor allem jetzt die Trockenheit, die Borkenkäfer… Er ist so was wie Forstwirt und ich weiß unseren Wald in guten Händen… Aber wir dürfen immer dort hin…
        Erinnerungsgrüße… von mir zu dir.

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      2. Malen nicht die Erinnerungen die schönsten eindrucks- und gefühlvollsten Bilder? So wie dieses hier? Ich mag sie und ich liebe das Bild, das du hier von deinen Walderinnerungen skizziert hast. Dankeschön. Abendgrüße zu dir

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      3. Ja, liebe Ella, alles wirkt so spannend nach, so, als wäre alles gerade gestern gewesen. War es ja auch, wenn man das Gestern ein wenig nach hinten verlagert, lächel. Bilder ohne Fehl und Tadel. Und ja, dies brauchen wir. Gerade in heutiger Zeit.
        Feiertagsgrüße von mir in deinen Tag…

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  2. Die Stille in der man Vogellaute und das Wispern des Waldes nur hört, hat auch mich schon im Kindesalter berührt.Der Wald war fast täglich meine Zufluchtsstätte, solange ich denken kann.Bin auch heute im Wald gern allein, denn da bin ich daheim.
    Dein Post und das schöne Bild gefällt mir sehr liebe Ella.
    Mit einem stillen Gruß –
    von Waldkind zu Waldkind 🙂

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    1. Den Gruß gebe ich gerne zurück, liebes Waldkind. Im Wald, finde ich, ruhen die Seelen. Man trifft sie dort immer und das ist sehr schön.
      Ein lieber Gruß zur Nacht, Ella

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