Zwischenzeit(en)

Sitze sinnend,
Fäden spinnend,
die sich binden,
die sich trennen,
sich verknoten,
sich erkennen.
Trödle lustvoll
vor mich hin.
Sommerzeit.
Im Licht. Ich bin
umgarnt, betört
von der Natur.
Verzauberung.
Die andre Welt.
Lust am Leben pur.


Der gemalte Tag

Blumensträuß-chen.
Kaffeepäus-chen.
Himmelblau und Sonnenschein.
Gartenräum-chen.
Urlaubsträum-chen.
So könnt’s Leben immer sein.
Liegestühl-chen.
Wohlgefühl-chen.
Ländlich’luft und Glockeng’läut.
Schwalbenschwänz-chen.
Grillentänz-chen.
So malt’ ich den Tag mir heut’.

elfen

In einer Nacht im Regen

Ich hatte vergessen,
wie Regen duftet
beim Spaziergang um Mitternacht,
so unfassbar gut.

Ich vernahm lange nicht mehr,
wie Regentropfen
stetig klopfen aufs Schirmdach,
unserem Herzschlage gleich.

Ich erinnerte mich nicht mehr,
wie Füße klatschen
beim Gehen auf nassem Trottoir,
so tröstend vertraut.

Auch hatte ich vergessen,
wie er sich anfühlt,
der Sprung in die Pfütze mit Schwung,
und lauthals lachen dabei.

Nun weiß ich wieder,
bin angekommen bei mir
und bei dir hier im Jetzt
in einer Sommernacht im Regen.


Elfenflüstern

Grashalme nur und eine Blüte,
verschwommen duckte die sich im Gras,
wo tief im Grün versteckt und flüsternd
ein kleines Elfenpärchen saß.
Sie redeten und lachten leise
über das Dies und Das im Wald.
Ich schlich vorbei, wollte nicht stören,
doch ich komme wieder. Morgen? Bald!
Pssst!

Morgenwiese

Die Morgentränen der Nacht
ruhen auf der Wiese
in den Halmen der Gräser
und Knospen der Blumen
und schmücken sie
kostbaren Schmuckstücken gleich
im Licht der ersten Sonnenstrahlen
mit Abermillionen funkelnder Perlchen,
bevor sie die Reise in jene andere Welt,
die ihnen zur Vorbereitung
auf ihre Wiederkehr dient, antreten.
Es ist ihr Abschiedsgruß an die Nacht
mit Perlengefunkel,
Träne für Träne für Träne,
und ein Danke
an das Leben.