Kleiner Flow

Dieses Aufwachen aus einer Geschichte. Aus dem Schreiben. Nein, nein, flehst du. Noch nicht! Es ist zu früh! Du hebst den Kopf, reißt die Augen auf und drehst schnell, ganz schnell, den Lautstärkeregler auf ganz laut, um mit der Musik, die du gerade hörst, zurückzutanzen in die Welt, die du gerade mit klappernden Fingerspitzen auf Tasten erschaffen hast und die du noch nicht so schnell verlassen willst. Und die eGitarre treibt die Melodie, die in dir singt, in weite, nie geahnte Höhen. Und dann, wenn der Flow noch ein wenig mit dir spielen mag, blühen die Worte weiter in deiner neuen, wunderbaren Welt. Manchmal. Des vies!

Vom Schreiben und Zeichnen und überhaupt

Ich habe so viele Bilder im Kopf, die ich zeichnen möchte … und kriege sie nicht auf Papier, jedenfalls nicht so, wie sie mein Kopf im Kopf malt.
Ich habe auch viele Wörter und Töne im Kopf und meine Finger schreiben mit ihnen die schönsten Geschichten, die die Herzen mir fremder Menschen berühren, sie tröstet, zum Lachen und Weinen bringt. Ich muss sie, die Finger, nur auf die Buchstaben der Tastatur legen, um die Worte zum Fließen und zum Formen meiner Geschichten zu bringen oder um klingende Töne auf die Tasten des Klaviers zu Liedern zu zaubern. Es ist, als wohnten sie in meinen Fingern, all die Worte und Töne.
Und doch sind es die ungemalten Bilder, die in meiner Seele weinen von Kindheit an, und ich fühle mich undankbar dabei.
Manchmal versuche ich, das Kind in mir die Geschichten, die im Kopf schlummern, zeichnen zu lassen. Dann ist meine kleine Welt in Ordnung.

Erwähnte ich schon, dass ich vor zwei Monaten endlich begonnen habe, das Zeichnen zu lernen? Es ist ein weiter Weg, der noch vor mir liegt, aber die Seele, sie lächelt dabei.

Das Drängeln im Kopf

Diese unstillbare Sehnsucht, etwas (für mich) Großartiges zu erschaffen/schreiben. Immer und immer wieder nagt sie an mir und ich weiß genau: Ich müsste mich nur vor eine leere Datei setzen, die Finger auf die Tasten legen und schreiben. Ich weiß, es würde dann aus mir schreiben. Wort für Wort für Wort zu Geschichten, Texten, Naturbeschreibungen und, ja, vielleicht auch zu etwas Großartigem. Wort für Wort für Wort.
Doch warum fühlen sich meine Finger so wortlos? Warum locken sie nicht, warum schreien sie nicht danach, auf eine Tastatur gelegt zu werden, um all die ungesagten, die geträumten, erhofften, gewünschten, ersehnten Worte niederzuschreiben? Warum schreien sie nicht nach einer Tastatur und nach einem leeren Blatt?
Ist es, weil der Kopf es nicht zulassen will? Dieser sture, störrische Kopf, der wie bei einer Müllhalde die Worte auf vielen unaufgeräumten Wortmüllhalden stapelt und nicht bereit ist zum Entrümpeln und Aufräumen und … Freigeben?
Ist es das?
Wird wohl so sein.
Und was tue ich nun?
Vor Sehnsucht ersticken mit all dem ungefilterten Wortmüll im Kopf?

Etwas Neues möchte ich schaffen. Etwas … Neues …
Und bitte, nicht vergessen, lieber Kopf, der du so sehr grübelst und mit allen inneren Schweinehunden zusammen klüngelst: Wir könnten es uns leisten, etwas Neues zu schaffen. Denn das Alte ist nicht mehr neu genug.
Was zögerst du noch, du Zweifelbirne?

Zwischenzeit(en)

Sitze sinnend,
Fäden spinnend,
die sich binden,
die sich trennen,
sich verknoten,
sich erkennen.
Trödle lustvoll
vor mich hin.
Sommerzeit.
Im Licht. Ich bin
umgarnt, betört
von der Natur.
Verzauberung.
Die andre Welt.
Lust am Leben pur.


Matschbirnenhirne

Wie der Tag heute ist?
Schwül, nachvollmondig, nervig allen Ortes, unkonzentriert.
Es kommt der Augenblick, an dem eine Handvoll Schreiberlinge, die allesamt mit dösigen oder kopfschmerzigen Nasen vor den Bildschirmen sitzen und sich außerstande sehen, vernünftig und kreativ zu arbeiten, den ungeschriebenen Worten entflieht und sich auf die Suche nach Leidensgenossen macht.
Früher kam man an solchen Matschbirnehirntagen in Kaffeehäusern oder Bistros zusammen und tauschte sich bei einem Glas Rotwein – oder zwei oder drei -aus.
Heute trifft man sich in Blogs, Chats, bei Twitter, Facebook oder sonstwo auch, ohne tröstenden Roten, und obwohl ich persönlich liebend gerne die Kaffeehausvariante vorgezogen hätte, genieße ich doch sehr das Autorenkaffeehaus 2.0 bei einem kleinen Gespräch und Leidensgenossensplausch. Matschbirnenhirnig.
An einem unkreativen Tag wie diesem tut das richtig gut.
Man nennt es heutzutage auch Prokrastination.
Autorenleben 2.0.