Wider das Laute

Es ist einer jener sanften, stillen, verträumten Tage im Wald. Ruhig stehe ich oben am Berg bei der großen Buche und lasse die letzten Tage Revue passieren. Viel zu viel von dem da Außen, mit dem ich eigentlich nichts mehr zu tun haben will, hat sich für eine kurze Zeit in mein Leben zurückgedrängt. Es hat mir nicht gut getan und es hilft mir auch nicht weiter in meinem kleinen, zurückgezogenen Leben. Im Gegenteil. Dieses Laute, Erregte, Exzessive zerstört das, was ich meine stille Kreativität, in der ich noch Kind sein darf, nenne. Es soll wieder verschwinden, ich will es nicht mehr sehen, nicht mehr hören.
Ich blicke in die weite Krone des Baumes und sauge die Stimmung und Farben dieses Novembertages voller Gier  in mich auf. Möge die Erinnerung an diese farbenfrohe Zeit mit ihren warmen Sonnentagen und kalten Nächten nicht so schnell verblassen.
Ich liebe Spaziergänge im Wald in dieser Jahreszeit. Sie rücken den Kopf zurecht und machen die Seele wieder heil. Die rauchige Luft, die überwältigenden Farben der Blätter, das Knirschen der Blätter unter den Füßen, das Glühen meiner Wangen im frischen Wind, die Vorfreude auf  Kaffee und Apfelkuchen, die mich zuhause erwarten. Das sind wichtige Dinge im Leben, die in Erinnerung bleiben, und das ist gut so.